Die Formen wahren – aber welche?
Wenn man einen Geschäftskunden zu Besuch hat, ist es eine gute Idee, sich über den rein professionellen Kontakt hinaus auch mal im privaten Rahmen zu unterhalten. Auf diese Weise ist ein weniger formelles Gespräch möglich und man lernt sich besser kennen und einzuschätzen. Dass hierbei aber auch einiges schief gehen kann, musste ein deutscher Geschäftsmann erfahren, der einen Gast aus einem arabischen Land zu Besuch hatte.
Für den zweiten Abend des Treffens hatte er zu einem Empfang geladen, um in lockerer Atmosphäre in Ruhe plaudern zu können. Damit das Ganze noch familiärer wirkte, brachte er kurzerhand seine Tochter mit – für sich genommen kein Problem, denn die junge Dame war nicht auf den Mund gefallen und kannte sich zudem im Betrieb ihres Vaters gut aus. Dementsprechend freundlich und aufgeschlossen ging sie auch auf den Ehrengast zu, schüttelte ihm die Hand und begrüßte ihn aufs Herzlichste.
Damit allerdings löste sie einen Eklat aus, der beinahe zur überstürzten Abreise des Gastes führte. Denn als streng gläubiger Moslem war es für ihn ein absolutes Tabu, dass ihn eine fremde Frau in der Öffentlichkeit berührte. Ein einfacher Handschlag mit ungeahnten Folgen.
Fazit: Tischsitten, Begrüßungsformen, Anrede, Konversation: Umgangsformen spielen überall auf der Welt eine zentrale Rolle im menschlichen Miteinander. Doch Vorsicht: Was für den einen als höflich gilt, kann für den anderen genau das Gegenteil bedeuten.
Lösung: Schon ein Kurs für internationale Umgangsformen kann dafür sorgen, auf einer Veranstaltung oder einem Empfang so manches Fettnäpfchen zu vermeiden. Bei einer engeren Zusammenarbeit sind über die reine Höflichkeit hinaus jedoch noch andere Dinge zu beachten: Wie wird ein Kunde wahrgenommen, wie ein Lieferant – und wie sieht der andere mich überhaupt ? In diesem Fall ist eine individuelle länderspezifische Beratung das Richtige.
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