Kulinarischer Fehlgriff
Eigentlich hatte alles richtig gut angefangen: Das firmeneigene Museum war schön hergerichtet, der Tagesablauf minuziös durchstrukturiert, und sogar das Wetter spielte mit. Sonnenschein, blauer Himmel, keine Wolken weit und breit. Beste Voraussetzungen also für den Kunden aus Saudi Arabien, der den perfekten Tag erleben sollte, gekrönt von einem hoffentlich erfolgreichen Geschäftsabschluss.
Zunächst verlief auch alles wie geplant: Die Abholung vom Hotel klappte einwandfrei, man verstand sich auf Anhieb gut, und der Gast war von der langen Firmenhistorie ebenso beeindruckt wie von den neuesten Kreationen des Badearmaturen-Herstellers.
Als letzter Punkt stand auf der Tagesordnung noch das gemeinsame Abendessen in einem schwäbischen Restaurant. Gespannt schaute die um den Tisch versammelte Runde auf die dampfenden Speisen, die schließlich hereingetragen wurden. Mit galantem Schwung stellte der Kellner dem Gast als erstem seinen Teller hin – und der Abend war gelaufen. Denn was dieser erblickte, war eindeutig Schweinefleisch, einen größeren Fauxpas kann man bei der Bewirtung eines Menschen muslimischen Glaubens wohl kaum begehen.
Fazit: Ein einziger Fehler kann unter Umständen alle vorherigen Bemühungen um die Gunst des Kunden auf einen Schlag zunichte machen. Ein für uns möglicherweise rein kulinarisches Missgeschick kann im vorliegenden Fall schnell zu einem wirklichen Problem werden, etwa wenn wie oben beschrieben eine religiöse Komponente hinzukommt.
Lösung: Im vorliegenden Fall wäre es hilfreich gewesen, einen interkulturellen Experten für das betreffende Land zu Rate zu ziehen. Oft genügt es sogar, wenn dieser einfach noch einmal einen Blick auf die Planung wirft, um eventuelle interkulturelle Fallstricke rechtzeitig finden und beseitigen zu können – ein Aufwand, der angesichts der möglichen Konsequenzen wohl als eher gering einzustufen ist.
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