Was wollen meine Gäste?
Berlin muss man gesehen haben, so viel steht fest. Und deshalb stellten die verantwortlichen Mitarbeiter für eine Delegation weiblicher afghanischer Parlamentsabgeordneter ein Programm zusammen, das es in sich hatte: Morgens die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt anschauen, mittags die Führung durchs Kanzleramt und abends ein edles Essen in einem ausgesuchten Restaurant.
Was kann man da mehr wollen? Eine ganze Menge, dachte sich ein Großteil der Parlamentarierinnen und machte sich samt Dolmetschern auf, um die Hauptstadt so zu entdecken, wie sie sich das vorstellten: einkaufen, statt ins erlesene Restaurant zu McDonald‘s gehen, durch die Stadt bummeln und im Vorbeigehen vielleicht ein paar Sehenswürdigkeiten „mitnehmen“.
Nicht gerade programmkonform, aber für die Gäste genau das Richtige. Berlin muss man eben gesehen haben – wie, ist eine Frage der kulturellen Brille, durch die man auf die Welt blickt.
Fazit: „Das muss denen doch gefallen.“ Ein Besuchsprogramm nach diesem Motto ist schon für deutsche Gäste oft nicht gerade erhebend. Bei Besuchern aus dem Ausland kann es allerdings vollkommen schief gehen, denn diese finden oftmals ganz andere Dinge attraktiv als der einheimische Gastgeber und haben zudem ein vollkommen anderes Freizeitverhalten.
Lösung: Aus welchem Land kommen die Gäste, und um wen handelt es sich genau? Was sind wohl ihre Wünsche und wie kann man diese so erfüllen, dass sie ihren Vorstellungen entsprechen? Die Beantwortung dieser Fragen sollte die Grundlage eines jeden Besuchsprogramms sein, setzt aber eine genaue Kenntnis des jeweiligen Landes voraus – eine interkulturelle Beratung kann hier also äußerst hilfreich sein.
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